Schnupfen und Husten bei Kindern: Wie können Sie helfen?

Jedes Jahr aufs Neue leitet der Herbstbeginn auch die Erkältungssaison ein. Gerade für die Kleinsten unter uns eine große Belastung – sind sie doch in Kinderkrippe, Kindergarten oder Schule täglich vielen Ansteckungsmöglichkeiten ausgesetzt. Der leidige Schnupfen bzw. oft auch quälender Reizhusten bleiben da kaum aus.
Aber was ist ein Schnupfen überhaupt und wie können Sie Ihre Kinder bei der Genesung unterstützen? Hilfreiche Erklärungen und Tipps finden Sie hier.
Kinderschnupfen - was kann ich tun?

Von Mag. pharm. Susanne Lesch



Was ist Schnupfen?

Eine Erkältung – der umgangssprachliche „Schnupfen“ – zählt zu den häufigsten Erkrankungen von Kindern aber auch Erwachsenen. Bei Kindern treten Erkältungen deutlich häufiger auf, da das Immunsystem noch nicht völlig ausgereift ist. Der Durchschnitt liegt bei 3-5 Erkältungen im Jahr, was aber durchaus normal ist und keinen Grund zur Sorge darstellt. Ausgelöst wird ein Schnupfen meist durch Viren.

Typischerweise kommt es zu Niesattacken, Husten, Halsschmerzen und erhöhter Schleimproduktion – also der bekannten rinnenden oder verstopften Nase. Im fortgeschrittenen Stadium der Erkältung kann aufgrund des geschwächten Immunsystems auch eine bakterielle Infektion dazukommen. Bei einer reinen Virusinfektion haben Antibiotika keine Wirkung. Die Anwendung eines solchen macht nur bei einer bakteriellen Beteiligung Sinn. Die Entscheidung für oder gegen ein Antibiotikum trifft der Arzt.

Diese Faktoren erhöhen das Risiko, an einem Schnupfen zu erkranken:

  • Niedrigere Temperaturen: Wenn der Körper unterkühlt ist, wird er schlechter durchblutet und das Immunsystem kann seiner Funktion nicht voll nachkommen.

 

  • Aufenthalt in geschlossenen Räumen: Man hält sich in der kälteren Jahreszeit öfter in geschlossenen Räumen auf. Diese sind häufig schlecht gelüftet und durch die Heizungsluft ist die Luftfeuchtigkeit meist niedrig. Zum einen können so Erreger leichter übertragen werden, zum anderen trocknen die Schleimhäute schneller aus und stellen eine gute Eintrittspforte für Krankheitserreger dar.

Was passiert bei Schnupfen?

Ein Schnupfen (Rhinitis) wird in der Regel durch Viren ausgelöst, die durch die Atmung über die Nase aufgenommen werden. Wenn die Schleimhautbarriere z. B. durch zu trockene Luft gestört ist können diese eindringen und den Schnupfen verursachen. Dadurch kommt es zum Anschwellen der Schleimhäute und die typischen Symptome eines Schnupfens entstehen:

  • Zu Beginn kommt es zu einer rinnenden Nase mit durchsichtigem Sekret – dies ist ein Hinweis für eine virale Infektion.

 

  • In weiterer Folge verfärbt sich das Sekret oft – dies kann dann auf eine bakterielle Infektion hindeuten.

 

Ein solcher Schnupfen kann sich auch leicht auf die Nasennebenhöhlen ausbreiten, wodurch eine sogenannte Nebenhöhlenentzündung (Rhinosinusitis) entsteht. Dies erkennt man durch Schmerzen und ein Druckgefühl im Bereich der Wangenknochen und oberhalb der Augen. Die Schmerzen können bis zu den Ohren ausstrahlen. In diesem Fall sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden!

Ein Schnupfen kommt selten allein: Begleiterscheinungen

Ein Schnupfen geht in der Regel auch mit den anderen typischen Erkältungssymptomen einher.

Diese sind:

  • Müdigkeit und Abgeschlagenheit

 

  • Kratzender oder schmerzender Hals

 

  • Husten: Reizhusten oder produktiver Husten (mit Schleim)

 

  • Häufiges Niesen

 

  • Kopf- und Gliederschmerzen

 

  • Leichtes Fieber

Achtung: Wenn typische Erkältungssymptome wie Niesen oder Husten während der Allergiesaison auftreten, kann es sich auch um einen allergischen Schnupfen handeln, der anders zu behandeln ist.

Die ersten Allergiesymptome werden oft bereits im Februar wahrgenommen. Zu dieser Zeit ist aber auch die Erkältungssaison noch nicht vorüber. Daher sollten Sie keine voreiligen Schlüsse ziehen, ob es sich um eine Allergie oder doch um einen Schnupfen handelt. Im Bedarfsfall bei Arzt oder Apotheker um Rat fragen.


Schnupfen bei Kindern

Kinder sind meist deutlich häufiger von einer Erkältung betroffen, da ihr Immunsystem noch nicht völlig ausgereift ist. Außerdem kommen sie besonders in Kindergärten, Schulen oder anderen Betreuungseinrichtungen mit vielen Kindern in Kontakt und Viren können sich leichter ausbreiten.

TIPP: Ein Meersalznasenspray kann auch längerfristig während der Erkältungssaison verwendet werden, um die Schleimhäute ausreichend zu befeuchten. Dazu den Spray am Besten bereits in der Früh vor dem Weg in den Kindergarten bzw. in die Schule in die Nase einsprühen.

Eine Erkältung kann für Säuglinge oder Kleinkinder besonders belastend sein, da die Atemwege noch sehr eng sind. So schwellen die Verbindungsgänge zwischen Hals, Nase und Ohren deutlich schneller zu. Erschwert wird die Situation auch für Kinder, die noch nicht gelernt haben, wie man sich die Nase putzt. Auch das Atmen durch den Mund kann für Säuglinge oder Kleinkinder unangenehm sein. Daher gilt es, bereits früh auf erste Symptome zu reagieren.

 

 

Kinder sind meist deutlich häufiger von Erkältungen betroffen!


Tipps bei Schnupfen

  • Zum schonenden Abschwellen der Nasenschleimhäute, sowie zum Aufweichen des Nasensekretes eignen sich spezielle, Kochsalzlösungen oder Meerwassersprays. Diese erhält man in der Apotheke.

 

  • Abschwellende Nasentropfen oder Sprays können je nach Kindesalter und Hersteller unterschiedlich angewendet werden. Wichtig ist jedoch in jedem Fall, dass sie nur kurzfristig verwendet werden.

 

  • Wenn sie vom Kind toleriert werden, können bei sehr starker Sekretproduktion auch Nasensauger eine sinnvolle Unterstützung sein.

 

  • Herkömmliche Sprays werden aufgrund des überraschenden Sprüheffektes besonders von Säuglingen und Kleinkindern weniger gut toleriert, daher eignet sich meist der Einsatz von Tropfen bei Kindern besser. Es gibt jedoch spezielle Feinsprühsysteme, die sehr gut zum Einsatz bei Kindern geeignet sind.
    Zum einen wird pro Sprühstoß eine kleinere Menge an Flüssigkeit in die Nase abgegeben und zum anderen wird diese feiner vernebelt. So wird dem Überraschungseffekt vorgebeugt.

 

  • Auf ausreichend Flüssigkeitszufuhr achten!

Weitere Tipps finden Sie unter: Was kann man bei Schnupfen tun?

 

Wussten Sie, …

dass Neugeborene mit einem sogenannten Nestschutz auf die Welt kommen? Das bedeutet: Antikörper der Mutter werden vor der Geburt auf das Kind übertragen und schützen es so in den ersten Lebensmonaten.


Was ist Husten?

Im Zuge einer Erkältung entsteht oft auch Husten durch Reizungen der Rachen- und Bronchialschleimhaut. Dadurch werden Fremdstoffe aus den Atemwegen abtransportiert. Viren oder Bakterien können Auslöser dafür sein.

 

Folgende Begriffe sind hier zu unterscheiden:

  • Trockener Husten (schleimfreier Husten/Reizhusten):
    Bei länger anhaltendem Husten also ohne Schleimproduktion wird auch von Reizhusten gesprochen. Diese Art von Husten wird als bellend wahrgenommen und tritt meist zu Beginn einer Erkältung auf. Diese Art von Husten kann speziell nachts sowohl für das Kind wie auch für die Eltern quälend sein, da man nicht den benötigten Schlaf bekommt.

 

  • Feuchter Husten (schleimiger Husten):
    Dieser tritt meist in den späteren Stadien einer Erkältung auf. Durch den Hustenreiz wird der Schleim aus den Atemwegen abtransportiert.

 

  • Akuter Husten:
    Dieser kann über einen Zeitraum von bis zu acht Wochen andauern. In der Regel klingt dieser jedoch schon früher (etwa nach 2-3 Wochen) wieder ab.

 

  • Chronischer Husten:
    Wenn der Husten über einen Zeitraum von mehr als acht Wochen bestehen bleibt, spricht von chronischem Husten.

 

Grafik eines typischen Erkältungsverlaufes


Husten bei Kindern

Husten an sich ist noch keine Erkrankung, sondern ein Schutzreflex des Körpers, um Fremdstoffe aus den Atemwegen zu entfernen. Wenn dieser anhaltend ist oder mit anderen Erkältungssymptomen wie Niesen, Halsschmerzen oder Fieber einhergeht ist höchstwahrscheinlich eine Erkältung im Anmarsch.

Bei plötzlich auftretendem bellendem Husten mit Atemnot und Pfeifgeräuschen beim Einatmen kann es sich auch um Pseudokrupp handeln. Dies ist eine Kehlkopfentzündung, die bei Kindern bis zum Alter von 6 Jahren vorkommen kann. Schnelle Hilfe bewirkt kalte und feuchte Luft. Daher am besten das Fenster öffnen und Wasser laufen lassen. Weitere Informationen dazu finden Sie hier: https://www.gesundheit.gv.at/krankheiten/kinderkrankheiten/infektion/pseudokrupp

 

Tipps bei Husten

  • Balsame mit ätherischen Ölen können verwendet werden, dies löst den Schleim und erleichtert das Abhusten.
    Vorsicht: Bei Säuglingen und Kleinkindern – es darf kein Kampfer und Menthol verwendet werden, demnach auch kein Pfefferminzöl.
    ABER: In der Apotheke gibt es auch speziell abgestimmte Produkte für Säuglinge und Kleinkinder.

 

  • Generell gilt bei Husten, viel trinken! Am besten eignen sich dafür lauwarmes Wasser oder Kräutertees. Mischungen mit Eibisch, Anis oder Thymian sind ideal. Thymian wird üblicherweise bei produktivem Husten eingesetzt, sollte sich doch hartnäckiger Schleim in den Bronchien abgesetzt haben, kann dieser durch die Anwendung gelöst werden. Außerdem schmeckt Thymian gut!

 

  • Das Getränk kann auch mit Honig gesüßt werden, dies beruhigt die gereizte Schleimhaut.

 

  • Eine Erleichterung kann durch Anfeuchten der Raumluft erzielt werden. Zum einen gibt es spezielle Geräte, aber einfacher geht es in dem man eine Schale mit Wasser am Heizkörper platziert oder die Wäsche in den Wohnräumen zum Trocknen aufhängt.

Weitere Tipps finden Sie unter: Was kann man bei Schnupfen und Husten tun?

 

Vorsicht mit Kampfer und Menthol bei Säuglingen und Kleinkindern.

Spezielle Produkte gibt es in der Apotheke.


Was kann man bei Schnupfen oder Husten tun?

Schnupfen und Erkältungskrankheiten therapiert man an sich symptomorientiert. Das bedeutet, dass die vorherrschenden Beschwerden gezielt gelindert werden. Folgende Behandlungsmöglichkeiten werden in der Praxis eingesetzt:

  • Nasensprays oder Nasentropfen – Das Ziel ist es, die Atmung durch die Nase wieder zu ermöglichen und so den Abfluss von Sekret (Schleim) zu ermöglichen, um die Gefahr einer Nebenhöhlenentzündung zu verringern.
    • Sprays oder Tropfen mit Meerwasser oder Kochsalz: Sie dienen der Befeuchtung und Reinigung der Schleimhäute und können längerfristig angewendet werden. Bei sogenannten hypertonen Kochsalzlösungen wird auch ein abschwellender Effekt erzielt. Solche Tropfen sind für Säuglinge und Kleinkinder eine gut verträgliche Möglichkeit.
    • Sprays oder Tropfen mit abschwellendem Wirkstoff: Auch hier gibt es Präparate, die für Kinder geeignet sind. Wichtig ist jedoch, dass diese nicht länger als 5 Tage angewendet werden sollen. Bei Säuglingen und Kleinkindern sind jedoch Tropfen oder Sprays mit Kochsalz [MM1] oder Meerwasser zu bevorzugen. Sprays können zwar gewöhnungsbedürftig sein aber verteilen die Flüssigkeit besser auf der Schleimhaut.

 

  • Lutschtabletten:
    • Lutschtabletten mit befeuchtenden und reizlindernden Inhaltsstoffen:
      Diese enthalten beispielsweise Isländisch Moos oder Hyaluronsäure, die für eine langanhaltende Befeuchtung der Schleimhäute sorgen und so Husten lindern. Zudem wird durch das Lutschen die Speichelproduktion angeregt, wodurch Erreger besser aus den Atemwegen abtransportiert werden können.
    • Lutschtabletten mit antientzündlichen und schmerzstillenden Wirkstoffen:
      Auch solche Präparate sind zum Teil bereits für Kinder geeignet. Fragen Sie dazu in Ihrer Apotheke um Rat.

 

  • Hustensäfte:
    Es gibt verschiedene hustenstillende Säfte – meist auf pflanzlicher Basis – die auch für Kinder geeignet sind. Diese können den gesamten Tag über verabreicht werden.

 

  • Schleimlöser:
    Es gibt auch spezielle schleimlösende Hustensäfte, diese sollten jedoch nicht zu spät am Abend verabreicht werden. Ansonsten kann durch das laufende Abhusten des Schleimes der Schlaf beeinträchtigt werden.

 

  • Balsame mit ätherischen Ölen können direkt auf die Brust aufgetragen werden. So können die flüchtigen Inhaltsstoffe durch die Körperwärme entweichen und eingeatmet werden.
    TIPP: Wenn man den Balsam nicht direkt auf die zarte Babyhaut auftragen möchte, kann dieser auch auf einem Taschentuch neben dem Kopfpolster positioniert werden. In der Apotheke gibt es spezielle Zusammensetzungen, die für alle Altersklassen geeignet sind.

 

  • Spülungen:
    Die Atemwege können auch mit Hilfe von Nasenduschen gereinigt werden. Diese Anwendung ist allerdings für Kinder weniger gut geeignet. Meerwasser-Nasensprays sind eine gute Alternative.

 

  • Inhalieren: Details – sie unten.

Inhalieren bei Husten und Schnupfen

Bei Atemwegserkrankungen wie Schnupfen und Husten kann Inhalieren besonders hilfreich sein. Zum einen werden die Schleimhäute befeuchtet und zum anderen können beim Einsatz von ätherischen Ölen die Wirkstoffe so direkt zu den Schleimhäuten gelangen.


Was bewirkt inhalieren

  • Inhalieren löst den Schnupfen und befreit so von lästigem Nasensekret.

 

  • Inhalieren lindert den Hustenreiz.

 

  • Inhalieren befeuchtet die Schleimhäute und unterstützt ihre natürliche Reinigungsfunktion.

 

  • Inhalieren erleichtert das Abhusten.

 

  • Inhalieren ist eine schonende Anwendung ohne Nebenwirkungen.

Womit kann mein Kind inhalieren?

  • Inhalieren über dem Kochtopf:
    Hier wird zunächst Wasser erhitzt und danach der entweichende Dampf eingeatmet. Vorsicht: Bei Kindern muss darauf geachtet werden, dass die Temperatur nicht zu heiß ist. Außerdem sollte man unbedingt daneben bleiben, um ein versehentliches Ausschütten der Flüssigkeit zu vermeiden.

 

  • Inhalieren mit speziellen Geräten:
    Es gibt eigens entwickelte Geräte, die für die Inhalation eingesetzt werden können. Hier wird die Inhalationsflüssigkeit durch Druckluft oder Ultraschall fein vernebelt, so können die feinen Partikel die oberen und unteren Atemwege erreichen.
    Vorteil: Die Inhalationsflüssigkeit muss nicht erhitzt werden, daher besteht keine Verbrühungsgefahr.

    • Gute Erfahrungen wurden mit dem Gerät PIC „Air Projet plus“ gemacht, da dieses besonders leise ist. Dies ermöglicht eine Inhalation vor dem Fernseher oder gegebenenfalls auch in der Nacht.

 

  • Inhalationshilfen:
    Um die Anwendung eines Inhalationsgerätes zu erleichtern gibt es unterschiedliche Möglichkeiten.
    Nähre Informationen dazu finden Sie auch hier: https://www.pari.com/de/home/

    • Inhalationsmaske:
      Mit Masken werden Mund wie auch Nase abgedeckt. Bis etwa zum dritten Lebensjahr empfiehlt sich der Einsatz von Inhalationsmasken, ab diesem Zeitpunkt kann auf ein Mundstück gewechselt werden.
    • Mundstück:
      Beim Mundstück wird die Inhalationsflüssigkeit ausschließlich über den Mund aufgenommen. Sobald der Einsatz möglich ist, sollte diese Inhalationshilfe bei Husten verwendet werden, da sie bessere Ergebnisse verspricht.

 


Was kann mein Kind inhalieren?

Grundsätzlich benutzt man zum Inhalieren Salzwasser in Form einer Kochsalzlösung, um die Schleimhäute zu befeuchten. Aber auch andere wirksame Inhaltsstoffe können inhaliert werden:

  • Balsame:
    Sie können sowohl im Kochtopf als auch bei speziellen Geräten eine Messerspitze von Brustbalsamen mit heißem Wasser mischen. Wichtig ist dabei, auf die Altersbeschränkungen zu achten. Bei der Anwendung im Kochtopf sollte die Zugabe erst direkt vor der Inhalation erfolgen ansonsten entweichen die flüchtigen ätherischen Öle zu früh und können ihre Wirkung nicht an den Schleimhäuten entfalten.

 

  • Ätherische Öle können auch direkt zugegeben werden. Wichtig ist auch hier, auf die Altersbeschränkung zu achten.

 

  • ACHTUNG bei Kampfer und Menthol – diese Inhaltsstoffe dürfen nicht für Säuglinge und Kleinkinder unter 3 Jahren verwendet werden. Sie können ansonsten zu Krämpfen der Atemwege führen. Die Folge: Erstickungsgefahr.

Tipps zur erfolgreichen Inhalation bei Kindern!

  • Zu Beginn:
    Dem Kind sollte möglichst genau erklärt werden warum eine Inhalation notwendig ist. Besonders bei einem quälenden Reizhusten ist es motivierend, wenn das Kind versteht, dass es danach nicht mehr so oft husten muss.

 

  • Das Kind miteinbeziehen:
    Um das Inhalieren möglichst attraktiv zu gestalten, können Sie die Inhalationslösung, sofern nötig, gemeinsam mit dem Kind zubereiten oder diese zumindest vom Kind selbst einfüllen lassen.

 

  • Üben:
    Um den Vorgang zu „üben“ kann zunächst spielerisch mit dem Lieblingsstofftier inhaliert werden.

 

  • Aufrechte Sitzposition:
    Um den bestmöglichen Effekt zu erreichen sollte die Inhalation in aufrechter Sitzposition erfolgen.

 

  • Sollte es mit der Inhalation nicht auf Anhieb funktionieren, zwingen Sie ihr Kind nicht dazu. Versuchen Sie es mit einer kürzeren Inhalationsdauer, die sie langsam ausweiten.

 


Wann muss mein Kind bei Schnupfen und Husten zum Arzt?

  1. Fieber über 38,5 °C bei Säuglingen und Kleinkindern (wenn nötig, sicherheitshalber auch schon früher)
  2. Bei schlechtem Allgemeinzustand: starke Abgeschlagenheit, Apathie (Teilnahmslosigkeit)
  3. Wenn die Flüssigkeitsaufnahme verweigert wird
  4. Atemnot
  5. Keine Symptomverbesserung nach 5 Tagen

Hinweis: Informieren Sie beim Auftreten von Erkältungssymptomen aufgrund der aktuellen Lage unbedingt Ihren Arzt, bevor Sie dessen Praxis aufsuchen.

 


Welche Pflanzen helfen bei Schnupfen und Husten?

  • Efeu (Hedera helix)

    Efeublätter haben einen reizlindernden, krampflösenden sowie einen auswurffördernden Effekt auf die Bronchien. Daher kann Efeu bei produktivem (schleimigem) Husten wie auch bei Reizhusten angewendet werden.

  • Isländisch Moos (Cetraria islandica)

    Die Inhaltsstoffe bilden einen Film auf den Schleimhäuten. So entfalten sie den beruhigenden und reizlindernden Effekt bei Reizhusten.

  • Eibisch (Althaea officinalis)

    Verwendet werden die Blätter, Blüten sowie die Wurzeln der Pflanze. Als Wirkstoffe gelten die in hoher Konzentration vorkommenden Schleimstoffe. Diese sind reizlindernd und entzündungshemmend. Vorwiegend findet Eibisch bei unproduktivem (nicht schleimigem) Reizhusten Anwendung.

  • Thymian (Thymus vulgaris)

    Thymian wirkt durch das enthaltene ätherische Öl schleimlösend und entspannend auf die Bronchien.

  • Königskerze (Verbascum densiflorum)

    Auch die Königskerze wirkt auswurffördernd und reizlindern, daher wird sie bei Reizhusten sowie produktivem (schleimigem) Husten eingesetzt.

  • Spitzwegerich (Plantago lanceolata)

    Die Inhaltsstoffe der Spitzwegerichblätter wirken entzündungshemmend wie auch reizlindernd.

  • Anis (Pimpinella anisum)

    Aufgrund der breit gefächerten Inhaltsstoffe werden die Anisfrüchte zum einen als mildes, beruhigendes Mittel bei trockenem Reizhusten angewendet, zum anderen kann Anis aufgrund der blähungstreibenden Eigenschaften auch bei Beschwerden wie Blähungen eingesetzt werden.


Welche Hausmittel gibt es bei Husten und Schnupfen?

1. Tee trinken

Bei Schnupfen und Erkältungskrankheiten ist es äußerst wichtig, auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten. Dies kann durch stilles Wasser, ungesüßte Säfte oder auch über spezielle Teemischungen erfolgen.

Teerezepturen für Zuhause:

Bei trockenem Reizhusten: 

2 Teile Eibischblätter
5 Teile Eibischwurzel
2 Teile Isländisch Moos
1 Teil Malvenblüten

Zubereitung:
Die Hauptinhaltsstoffe der oben angeführten Pflanzen sind Schleimstoffe, damit diese ihre Wirkung entfalten können, muss auf die richtige Zubereitung geachtet werden. Dazu werden die Teekräuter (1 Esslöffel pro Tasse) mit kaltem Wasser übergossen und mehrere Stunden abgedeckt stehen gelassen. Dies können Sie auch bereits am Vorabend machen. Um eine warme Trinktemperatur zu erreichen kann der Kaltansatz dann vor der Anwendung aufgekocht werden.

 

Bei produktivem Husten:

3 Teile Süßholzwurzel
3 Teile Thymian
2 Teile Fenchel (zerstoßen)
2 Teile Spitzwegerich

Zubereitung:
1 Esslöffel Teekräuter wird mit siedendem Wasser übergossen und etwa 10 Minuten ziehen gelassen. Danach werden die Kräuter mit Hilfe eines Siebes entfernt.

 


2. Die Hühnersuppe

Ein weiteres beliebtes Hausmittel ist die klassische Hühnersuppe. Eines vieler Rezepte finden Sie hier: https://www.ichkoche.at/huehnersuppe-kraeftigend-rezept-7874 


3. Spitzwegerichsirup oder Thymiansirup bei Husten

Anwendung: von 1-4 Jahren 3x täglich 5 ml, ab 4 Jahren können 3x täglich 10 ml gegeben werden.


4. Warme Milch mit Honig

Warme Milch mit Honig kann bei unproduktivem Reizhusten eingesetzt werden. Dadurch werden die gereizten Schleimhäute beruhigt. Dies sollte allerdings nicht für Kinder unter einem Jahr verwendet werden.


5. Zwiebel-Hustensaft

Zwiebel-Hustensaft selbst herstellen:

Dafür die Zwiebel fein hacken, etwas Wasser dazu geben und danach pro Zwiebel etwa 6 Esslöffel Honig beimengen. Diesen Ansatz etwa 2 Stunden stehen lassen und anschließend portionsweise einnehmen.

Einnahme: 3 x täglich 1-2 Teelöffel.

Weitere Rezepte für Zwiebel-Hustensaft: https://www.kinderheilpraxis-essen.de/2017/10/23/zwiebel-hustensaft/


6. Luftfeuchtigkeit in beheizten Räumen hoch halten

Durch die trockene Luft in beheizten Räumen neigen die Schleimhäute dazu auszutrocknen. Daher sollte man besonders in der kalten Jahreszeit auf eine Befeuchtung der Umgebungsluft in geschlossenen Räumen achten.

  • Mit Hilfe von eigenen Luftbefeuchtern.
  • Wäsche in den Wohnräumen trocknen.
  • Schale mit Wasser am Heizkörper positionieren.

7. Wärmen oder kühlen…?

An sich gibt es hier keine Regel. Den einen fröstelt es während einer Erkältung und dem anderen ist heiß. Daher sollte man für sich selbst bzw. die eigenen Kinder eine Temperatur finden, die als angenehm empfunden wird.



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